Kapelle "UnterRock":
Volkstümliches
und Partymusik

Die Liebersbacher Vereins haben in diesem Jahr musikalische Gäste aus Südungarn. Die Formation "UnterRock" sorgt am Samstagabend für Tanzmusik und Partystimmung. Am Sonntag spielen sie noch einmal beim Frühschoppen auf.

Sie gilt als eine der populärsten Kapellen in Südungarn und tritt bei fast jedem Dorffest und Schwabenball auf. „UnterRock“ nennt sich die Formation, die am ersten Wochenende im Juli beim Brunnenfest der Vereine in Nieder-Liebersbach spielt. Anlass für das Gastspiel ist das 75. Jubiläum des GV Sängerlust, der zur musikalischen Sommernacht mit der Band einlädt, bei freiem Eintritt. Los geht die Musik am Samstag, 4. Juli, um 19 Uhr. Am Sonntag, 5. Juli, spielt sie dann ab 9.30 Uhr noch einmal zum Frühschoppen auf.

Aber was genau ist das für eine Band? Gabor Schulteisz, von Anfang an der Leiter der Truppe, gibt Auskunft. „Die Kapelle wurde bereits 1997 gegründet“, erzählt er. Im nächsten Jahr kann sie also schon ihren 30. Geburtstag feiern. Entstanden ist sie als Begleitensemble für die Leöwey Tanzgruppe, eine traditionsreiche ungarndeutsche Volkstanzgruppe am Leőwey Klára Gymnasium in Pécs (Fünfkirchen). Die Gruppe hat sich der Bewahrung und Aufführung des deutschen Volkstanzes, Liedgutes sowie der Traditionen und Trachten verschrieben. Ergänzt wird das Programm zudem durch ungarische Volkstänze.

Sie machen einfach richtig gute Partymusik

Doch bei der Rolle im Hintergrund sollte es nicht bleiben. Aus der Begleitkapelle ist eine Tanzkapelle entstanden, die bei Festen und Familienfeiern aufspielt. Sechs Männer machen gemeinsam Musik. Die Besetzung hat sich im Laufe der Zeit immer mal wieder verändert, weil Aktive ausgeschieden und Neue nachgekommen sind.  Klarinette, Trompete, Saxophon, Gitarre, Akkordeon und Keyboard sorgen für den Klang, der Schlagzeuger für den passenden Rhythmus. Vier der Musiker  singen außerdem, zum Teil mehrstimmig. Kostproben davon gibt es auf Apple music und auf Spotify. 

„Wir spielen größtenteils ungarndeutsche Musik, also Musik, die bei uns hier beheimatet ist“, erklärt der Kapellmeister. Auch Evergreens, deutsche Schlager und Popmusik gehören zum Repertoire. DJ Ötzi nennt er als Beispiel. „Einfach richtig gute Partymusik“, verspricht Gabor Schulteisz. Es dürfte also eine heiße Party auf dem Dorfplatz am Brunnen werden, nicht nur wegen der erwarteten hochsommerlichen Temperaturen. 

Musik ist für sie mehr als nur ein Hobby

In ihrer Heimat sind „unterRock“ sehr gefragt, spielen fast jedes Wochenende woanders.  30 bis 35 Auftritte pro Jahr sind es sicher, rechnet Schulteisz vor: „Wir sind ziemlich viel unterwegs.“ Alle sechs sind keine professionellen Musiker, sondern Amateure. Jeder hat seinen Beruf, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Und trotzdem ist die Musik für sie mehr als ein Hobby: „Es ist eine Leidenschaft, auf jeden Fall.“ 

Jetzt in Nieder-Liebersbach aufzutreten, das ist für Gabor und seine fünf Kollegen etwas ganz besonderes. Die zwölf Stunden Autofahrt nehmen sie gerne auf sich, um das Gastspiel im Odenwald endlich wahr werden zu lassen. Zweimal schon haben sie es versucht. Einmal blieb der Bus unterwegs liegen, ein anderes Mal zwang sie ein tragischer Todesfall zu einer kurzfristigen Absage. Nun also soll es endlich klappen.  

Wie es zu dem ungewöhnlichen Namen kam

Im für sie deutschsprachigen Ausland sind sie übrigens öfter zu Gast. „Das ist immer wieder eine neue Herausforderung für uns“, verrät der Bandleader. Das Publikum kennenzulernen und seinen Geschmack zu treffen, ist nicht leicht. „Wir freuen uns wirklich darauf, jetzt in Nieder-Liebesbach dabei zu sein und beim Brunnenfest zu spielen“, versichert er. Ob er ein Lieblingslied hat? Gabor Schulteisz zögert. Es sei schwierig, da etwas herauszugreifen. Es sei ganz einfach die traditionelle deutschsprachige Musik: „Das ist das, wofür wir stehen.“ Und dann lässt er doch noch durchblicken, dass er besonders für die traditionelle Polka und den Walzer schwärmt. Bleibt die Frage, woher der ungewöhnliche Name „UnterRock“ kommt. Der musikalische Leiter verrät es. Entstanden sei der Name wegen der Begleitung der Tanzgruppe, zu deren Tracht wie im Odenwald auch ein Unterrock zählt. Das Kleidungsstück der Tänzerinnen und die Musik der Band verschmolzen so zum Wortspiel „UnterRock“. 

Den Auftritt vermittelt haben Albrecht Hepp und seine Ungarnfreunde, ein Verein, der seit Jahrzehnten freundschaftliche Beziehungen zu Ofalu und der Region um Pécs (Fünfkirchen) unterhält. Sie sorgen beim musikalischen  Sommerabend auch für das passende Gericht: Original ungarische Gulaschsuppe. (hje)

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